tinnituspatient.de - Die informative Website für chronische Innenohr-Patienten

Betrug und Korruption in der gesetzlichen Krankenversicherung.
Wie unser Gesundheitssystem manipuliert wird und auch Verordnungen und Studien hierzu benutzt werden.

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Themenübersicht Studienmissbrauch:

Tabu-Liste - Richtlinie "Methoden vertragsärztliche Versorgung" - Anlage II

Studien-Manipulationen in vielerlei Varianten

Hörgeräte-Schummeleien

Pharma-Vertreter beeinflussen die Medikamenten-Verordnung

Fehlende unabhängige Studien

Sammlung Medienberichte zu den Themen Tinnitus, Morbus Menière, Profitstreben im Gesundheits-Umfeld, sortiert nach Datum


Aus Gründen der Übersichtlichkeit sind hier nur ein Teil der Informationen zu den o.a. Themen wiedergegeben. Weitere Berichte finden Sie in der o.a. Sammlung Medienberichte nach Datum sortiert.

• Transparency International Deutschland beziffert den jährlichen Schaden für das Gesundheitswesen durch Korruption und Betrug auf 8-24 Mrd. Euro.
• Laut Kriminalstatistik sind die Ausmaße von Korruption und Betrug im Gesundheitswesen höher als im ohnehin schon schwer korrumpierten Baugewerbe.

Die KKH erstellte eine Übersicht: Betrug und Korruption in der GKV allgemein

Gerd Antes, Leiter des Cochrane-Zentrums Deutschland, zur Studien-Kriminalität:
"Große Teile unseres medizinischen Systems leben davon, dass Dinge im Unklaren gehalten werden."
Die Pharmawächter der internationalen Cochrane Collaboration stellen bei ihren Untersuchungen von Studiendaten oftmals fest,
dass Pharmafirmen unliebsame Daten zurückhalten oder entscheidende Studien gleich selbst bezahlen.


Wie Studiengebiete von der Förderung durch die gesetzlichen Krankenkassen ausgeschlossen werden - G-BA Richtlinie "Methoden vertragsärztliche Versorgung" - Anlage II

Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung gültig ab Juli 2011 - siehe dort in Anlage II: Behandlung mit niederenergetischem Laser (Soft- und Mid-Power-Laser)
Hier findet man die Low-Level-Laser Therapie (LLLT) unter Nr. 5, der Beschluss stammt bereits aus dem Jahr 1991.
Es handelt sich um diejenigen Untersuchungs- und Behandlungsverfahren, die bereits vom Gemeinsamen Bundesausschuss "überprüft" und von der vertragsärztlichen Versorgung ausgeschlossen wurden.
Immer wieder wird falscherweise die hochdosierte LLLT, die erst 1997 von Dr. Wilden praxismäßig eingesetzt wurde mit den vor 1991 andererseits gemachten Studienerfahrungen gleichgesetzt.
Die Wirkdosis der Therapie nach Dr. Wilden ist mehr als 100- mal größer als die damals bewerteten Studien und dadurch in keiner Weise vergleichbar.
Ein Penicillin würde in 100-facher Verdünnung ja auch nicht wirksam sein.
Eine offizielle Studie der LLLT nach Dr. Wilden erfolgte bislang nicht. Es liegen jedoch Studien von Dr. Wilden selbst vor.
Durch die Nichtbewertung der Unterdosierung und auch anderer Spezifikations-Unterschiede wurde ganz allgemein die LLLT benachteiligt und als unwirksam dargestellt.
Die Lehre an den Universitäten verbreitet dieses falsche Wissen an die kommenden Mediziner-Generationen.
Eine Förderung der Forschung durch die Kassen in diesem aussichtsreichen Wissensgebiet wurde hiermit ebenfalls unterbunden.
Benachteiligt sind besonders die Patienten. Viele Ärzte, die trotz allem von der LLLT überzeugt sind und diese anwenden, z.B. für eine bessere Wundheilung und mehr, müssen diese dadurch als Privatleistung berechnen.


Studien-Manipulationen in vielerlei Varianten

In Deutschland werden die Entscheidung über das Durchführen von Studien nicht von der Wichtigkeit für die Patienten, sondern von den Wirtschaftsinteressen der Leistungserbringer und der Pharma- und Geräteindustrie bestimmt.
Wie hierbei manipuliert wird, zeigen die nachfolgenden Beispiele, die meisten Fälle werden jedoch unbekannt bleiben.

Veröffentlichung von Studienergebnissen ohne durchgeführte Studien bei HES bzw. HAES - als Infusionslösung bei Tinnitus- und Hörsturzpatienten verwendet.

9.12.2010 Ärzteblatt.de - Vorwürfe gegen Anästhesie-Chefarzt wegen Studienfälschung
Aber es gibt auch etliche Probleme damit: Juckreiz, Nierenversagen ...., die Evidenz konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.
Die Tinnitusliga meint trotzdem immer noch, für die Kostenfreiheit von HAES kämpfen zu müssen (2010).

Manipulation von Studienergebnissen für die Zulassung von Psychopharmaka durch Nichtveröffentlichung der negativen Ergebnisse

Nichtveröffentlichung der negativen Studien-Ergebnisse - WDR Servicezeit vom 9.3.2009

Noch ein Bespiel für die Macht der Gesundheitsindustrie im Geschehen des G-BA, wo manche Studien und ihre Bewertung sehr beschleunigt ablaufen.
Die HPV-Impfung für Mädchen, Monitor-Sendung vom 19.2.2009

Antidepressivum Reboxetin von Pfizer - in USA verboten - in Deutschland zugelassen

Ein Beitrag zu Reboxetin zeigt, wie die Pharmaindustrie dem IQWiG (Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen prüft Studienliteratur für den G-BA) negative Studien zu einem Produkt unterschlägt, obwohl alle Studien vorgelegt werden müssen. Das Mittel wurde in Deutschland zugelassen, in den USA z.B. aber ist es verboten.
Wirkstoff Reboxetin und das Medikament Edronax der Firma Pfizer, ein Antidepressivum, Monitor-Sendung vom 11.6.2009

Nochmals ein Beitrag zu Antidepressivum Reboxetin - der Hersteller Pfizer stellte dem IQWiG nur die Studien zur Verfügung, die im Sinne des Herstellers waren.
Reboxetin hat geringe Wirkung aber viele Nebenwirkungen. RBB Quivive vom 2.12.2009

Das IQWiG wurde wurde im Dezember 2009 zur erneuten Prüfung der Studienlage bei Reboxetin beauftragt. Diesmal lagen wohl auch die negativen Studien vor.
Lt. Bekanntmachung vom 12.1.2010 wurde folgendes festgestellt:
Der Unterausschuss „Arzneimittel“ ist nach Würdigung des Abschlussberichts des IQWiG und der Beratungen der Arbeitsgruppe „Nutzenbewertung“ zu dem Ergebnis gekommen, dass die tatbestandlichen Voraussetzungen für einen Verordnungsausschluss von Reboxetin gemäß § 92 Abs. 1 Satz 1, letzter Halbsatz SGB V erfüllt sind.
Die IQWiG-Empfehlung wird deshalb .... in die Arzneimittel-Richtlinie umgesetzt.

12.1.2010 - GB-A veröffentlicht Verordnungsausschluss von Reboxetin

Die Wichtigkeit eines unabhängigen IQWiG wird hier wieder deutlich.


Hörgeräte-Schummeleien

Manche HNO-Ärzte lassen sich dafür entlohnen, dass sie Hörgeräte-Akustikern Kundschaft zuschanzen.

Die Summen belaufen sich auf bis zu 400 Euro pro Patient. Etliche Millionen wandern auf diesem Weg vom Gesundheitshandwerker zum Mediziner.
Dieses wird bestätigt von der Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs. Da sich die Kassen mit etwa 450 Euro je Hörgerät beteiligen, sind es auch Kassengelder, die hier zweckentfremdet werden.

Lt. Bericht der Financial Times Deutschland vom 7.1.2009 gibt es in der Hörgerätebranche immer mehr Korruption.

"Eine Art Korruptionsmentalität greift um sich", sagt Peter Brammen, Geschäftsführungsmitglied der Wettbewerbszentrale und Sachverständiger des Bundesgesundheitsministeriums. "Es ist höchste Zeit, diesen Prozess zu stoppen." Es entstünde eine "gegenseitige Abhängigkeit" zwischen Arzt und Gesundheitshandwerker, "die geeignet ist, die Kosten im Gesundheitswesen weiter in die Höhe zu treiben." Der Großteil der Kickback-Zahlungen spielt sich schon seit Jahren im Verborgenen ab - ist weder verschärft im Visier der Strafjustiz noch auf dem Radar der Standesorganisationen der Ärzte oder der Korruptionsfahnder der Krankenkassen.
Preiswucher bei Hörgeräten.

Das Bundeskartellamt hat gegen einen führenden Hersteller von Hörgeräten eine Millionenstrafe verhängt. Die Firma Phonak muss ein Bußgeld von 4,2 Millionen Euro wegen unzulässiger Einflussnahme auf die Preise für ihre Produkte zahlen, wie die Wettbewerbsbehörde mitteilte.

ARD Tagesschau-Bericht vom 15.10.2009 - unzulässige Einflussnahme auf die Preise bei Phonak

Wie den Patienten teure Hörgeräte-Zuzahlungen aufgeschwatzt werden.

Die Kassen zahlen den Hörgeräteakustikern 1200 Euro pro Hörgerät. Das genügt etlichen von diesen jedoch nicht.
Sie schwatzen den Patienten möglichst teuere Zuzahlungen auf.
Ein Branchenmitglied der Hörgeräte-Akustiker drohte Kontraste vor der Veröffentlichung des Beitrages:
"Wir haben gute Beziehungen zu Bundestagsabgeordneten und einflußreichen Menschen in der Wirtschaft....

Kontraste vom 23.6.2011 - über YouTube - Wie den Patienten teure Zuzahlungen zu Hörgeräten aufgeschwatzt werden.


Was die großen Pharma-Unternehmen tun, um Ärzte zu beeinflussen - 16000 Pharma-Vertreter sind in Deutschland aktiv

Allein in Deutschland versuchen 16000 Pharma-Vertreter die Ärzte zu beeinflussen, bestimmte Medikamente zu verschreiben. Als "Belohnung" erhalten die Ärzte dann Geschenke aller Art. Es gibt aber auch Ärzte, die sich hieran nicht beteiligen.

Die Mitgliederzeitung Publik der Gewerkschaft ver.di berichtet in der Oktober-Ausgabe 2009 darüber.

Ver.di Publik Nr. 10 2009: Die Unbestechlichen


In Deutschland fehlen unabhängige Studien!

Für unabhängige Studien gibt es in Deutschland kein Geld. Italien zeigt uns, wie es gemacht werden kann:
In Italien holt sich der Staat Geld für unabhängige Forschung mit einer Zwangsabgabe. Alle Firmen, die in Italien Arzneimittel verkaufen, sind gesetzlich verpflichtet, 5 Prozent ihrer Marketingausgaben in einen Fonds einzuzahlen – insgesamt 40 Mio. Euro pro Jahr. Aus diesem Fonds werden unabhängige Studien finanziert.

Durch einfaches Unterlassen von Studien werden Patienten geschädigt und mögliche Kosteneinsparungen verhindert, die Gewinne der Gesundheitsindustrie werden hierdurch maximiert.

Gefahr für Patienten - Keine unabhängigen Pharmastudien in Deutschland - Kontraste RBB vom 28.5.2009

Die Bundesministerin für Gesundheit wird hier zitiert:„Wir setzen zunächst auf Freiwilligkeit. Ich hoffe auf die Einsicht der pharmazeutischen Industrie…“
Kann eine Ministerin so einfach die Verantwortung für ihr Ressort vernachlässigen und notwendige Kontrollen auslassen und durch Hoffnung ersetzen?

 

Selbstbedienung im Gesundheitssystem - Chirurgen fehlen unabhängige klinische Studien

Chirurgen fehlen unabhängige Studien, Das Erste - Plusminus vom 3.11.2009


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